Stellungnahme zu Pressemitteilungen  bezüglich Gehalte an MCPD Fettsäureester

Sehr geehrte Kunden,
 
wir sind von der Art und Weise, wie die ALSAN-BIO angegriffen wurde, sehr schockiert und man will uns von allen Seiten dazu bringen, auf das Palmöl zu verzichten. Allerdings wäre die Margarine dann ein ganz anderes Produkt, vorausgesetzt es gäbe eine Alternative. Das Palmöl ist bei weitem nicht so schlecht, wie es von Greenpeace und Ökotest geredet wird, und die Meinung dieser Zeitungen über die ALSAN-BIO weisen wir entschieden zurück. 
 
Das zertifizierte kbA-Palmöl, das wir verwenden, erfüllt alle Ansprüche an einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Anbau. Es hat mit dem Raubbau an Regenwald durch Palmöl- Plantagen in asiatischen Ländern nicht das Geringste zu tun. Das Bio-Palmöl kommt aus Brasilien.
 
Die Zeitschriften berufen sich auf eine Behörde EFSA, von der aus nur schwer nachvollziehbaren Gründen, der TDI-Wert (duldbare tägliche Aufnahmemenge ohne Risiko) von 3-MCPD Fettsäureestern auf den unglaublich niedrigen Wert von 0,0008 mg (0,8 Mikrogramm) pro kg Körpergewicht abgesenkt wurde, während eine andere Behörde (WHO) den TDI sogar auf 4,0 Mikrogramm erhöht hat.
Insofern handelt es sich bei der Kritik von Greenpeace und Ökotest nur um eine umstrittene Meinungsäusserung, denn gesetzliche Grenzwerte gibt es noch nicht. Sie sollen aber in 2018 beschlossen werden und und werden von uns bereits jetzt erfüllt. Alsan bio, Untersuchung
 
Darüber hinaus sind von unserem Palmöllieferanten umfangreiche Massnahmen ergriffen worden, um den Eintrag von MCDP und Glycidylestern weiter zu verringern. Das Problem wird absolut ernstgenommen. Mit der kurz bevorstehenden Inbetriebnahme einer neuen Raffination für das Bio-Palmöl kann der Eintrag nochmals deutlich reduziert werden, so dass auch der äusserst strenge TDI der EFSA mit üblicher Verzehrmenge deutlich unterboten wird.
 
Es hat in diesem Fall nichts mit Bio oder Nicht-Bio zu tun, sondern hier geht es um ein Problem, das bei der Raffination (Reinigung) des Palmöls mit hohen Temperaturen entsteht, egal ob die Rohware  Bio oder konventionell ist.
Bei der Erhitzung von Öl und Fett (auch im Haushalt) entstehen immer unerwünschte Stoffe, deren Eintrag so niedrig wie möglich gehalten werden sollte.
 
Wir können nicht bestätigen, dass von unserem Produkt eine Gesundheitsgefahr ausgeht.

Sehen Sie hier den aktuellen Prüfbericht eines unabhängigen Labors für ALSAN-Bio Alsan bio, Untersuchung

 

Zur Zeit gibt es zudem keine eindeutige und abschließende Risikobewertung für 3-MCPD-Ester und Glycidyl-Ester. Anders als die EFSA (European Food Safety Authority), die den bisherigen TDI-Wert („Tolerable Daily Intake“: Diese Dosis kann ein Leben lang ohne gesundheitliches Risiko aufgenommen werden.) von 2,0 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag auf 0,8 µg/kg Körpergewicht abgesenkt hatte, hat die JECFA (Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives =Risikobewertungsbehörde der FAO/WHO) den TDI allerdings von 2,0 auf 4,0 µg/kg Körpergewicht angehoben.

Aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse beider Risikobewertungsbehörden hat die Europäische Kommission die EFSA aufgefordert, den von ihr abgeleiteten TDI von 0,8 µg/kg zu überprüfen. Die EFSA hat dieses Mandat angenommen und der Überprüfung des TDI zugestimmt.

Unabhängig davon steht selbstverständlich außer Frage, dass 3-MCPD & Glycidol in Lebensmitteln so niedrig wie möglich gehalten werden müssen. Es gilt das Minimierungsgebot: ALARA-Prinzip (As Low a reasoanly achievable).

Die Glycidyl-Fettsäureester (GE) und 3-MCPD bilden sich vor allem bei der Raffination von Pflanzenölen bei hohen Temperaturen (ab ca. 200 °C). Die höchsten Konzentrationen dieser Substanzen finden sich im raffinierten Palmfett (sie kommen aber auch in anderen Pflanzenölen und Pflanzenfetten vor). Palmfett ist jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil von u.a. Margarine.

Für Bio-Fette und –Öle ist nur die physikalische Raffination zugelassen. Mit der vorhanden Raffinationsanlage können auch nach diversen Versuchsreihen mit unterschiedlichen Prozessbedingungen, keine weitere Reduzierungen der genannten Kontaminanten bei gleichzeitigem Erhalt der nötigen Produktqualität erreicht werden.

Ende 2017/ Anfang 2018 wird der Bau einer neuen Raffinationsanlage unseres Partners in Holland fertigstellt sein, mit der neuen Anlage sollen niedrigere 3-MCPD und Glycidol-Werte erreicht werden. Denn dort kann zukünftig u.a. mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet werden und zusätzlich zu der modernen Technik bietet die neue Raffinationsanlage auch die Möglichkeit Natriumhydroxid, das erst seit dem 07.11.2016 in der Bio Produktion von Fetten und Ölen zugelassen ist, zur Reduzierung der 3-MCPD-Ester & Glycidol Bildung einzusetzen. 

Alsan-Werk, September 2017